Wir erschossen auch Hunde |

Ich erinnere mich, dass ich ganz am Anfang einen kleinen irakischen Jungen mit einer Trage reinbrachte, er war vielleicht zehn Jahre alt. Bomben richten schreckliche Dinge mit einem Körper an. Ich dachte in dem Moment: "Dieses Kindergesicht werde ich niemals vergessen." Aber bald hätte ich den Jungen nicht mehr aus einer Reihe rauspicken können, ich hatte zu viele Veletzte und Sterbende gesehen. Als sich solche Dinge wiederholten, stumpfte ich ab. Das Militär ist eine sehr pragmatische Institution. Wenn deine Gefühle dir bei diesem Job im Wege stehen, musst du sie ignorieren.

zitiert aus dem ZEIT-Magazin.

Hier das Pressetext des Suhrkamp Verlages:

2001 ziehen die USA in den Krieg. Gegen Bin Laden, gegen Hussein, und vor allem gegen den eigenen Bedeutungsverlust. Heute ist Saddam tot, Osama auch, doch die einzige Supermacht ist schwächer als je zuvor. In Wir erschossen auch Hunde erzählt Phil Klay von den jungen Männern, die in diesem Krieg den höchsten Preis zahlen mussten. Es sind knallharte Erzählungen von Häuserkämpfen in Falludscha, aussichtslosen Hilfsmissionen in Afghanistan und dem Heimkehren in ein fremdgewordenes Land. Ein Land, das bei all dem Hintergrundrauschen aus Konsum und Entertainment kein Interesse am Leiden seiner Soldaten hat. Denn ihre traumatischen Erfahrungen beweisen nur die grenzenlose Ohnmacht und lassen etwas erahnen, was noch vor wenigen Jahren unvorstellbar schien: »America is broken, man.«

Phil Klay kämpfte als US-Marine im Irak, davon handelt dieses Buch. In Wir erschossen auch Hundegibt er eine authentische Vorstellung vom Krieg und dem, was er an Angst, Sehnsucht und allerletzter Euphorie mit sich bringt. Damit fragt er zur gleichen Zeit kompromisslos und bildgewaltig nach den Überlebenschancen einer dekadenten Supermacht.

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