Über die Folgen von Krieg |

Auf jeden im Krieg traumatisierten Soldaten kommen 30 Kinder, die missbraucht oder misshandelt werden. Seit 2001 sind in den USA mehr Frauen durch die Hände von Soldaten getötet worden als Soldaten im Kriegsgeschehen. Nach jedem Krieg nehmen sich mehr Soldaten das Leben als im Krieg gefallen sind. Teilnahme an Kriegshandlungen verbaut vielen die Möglichkeit, eine liebevolle Beziehung zu ihren Ehepartnern und Kindern aufrechtzuerhalten. Ungefähr die Hälfte der zurückgekehrten Kämpfer werden Alkoholiker oder Drogensüchtige. „Fact is: you bring the war home to their homes and families“ (Tatsache ist, sie bringen die Krieg in ihr Zuhause und in ihre Familien), sagt der Professor für Psychiatrie Dr. Bessel van der Kolk in seinem Vortrag. 

Aber diese statistischen Fakten machen nicht mal fünf  Minuten dieses äußert aufschlussreichen Vortrags aus, den Van der Kolk im Jahr 2015 in Los Angeles gehalten hat. Im Wesentlichen spricht er über die Folgen von Trauma und die Wege, Menschen aus dem Trauma zurückzuholen: mit Yoga, mit Vipassana-Meditation und EMDR. „Mindfulness is at the core of about every kind of therapy that works for trauma“ (Achtsamkeit ist der Kern einer jeden Art von Therapie, mit der man Trauma erfolgreich bearbeiten kann).

Für seine Thesen zitiert er Hirnscans, die den Unterschied zwischen traumatisierten und nicht-traumatisierten Menschen deutlich machen. Wer nun versteht, wofür diese bei traumatisierten stillgelegten Areale notwendig sind, der weiß, wie therapeutische Begleitung aussehen muss, dass korrigierende Erfahrungen möglich werden.

Der mit seinem Buch gleichnamige Vortrag ist auf Youtube zu finden: „The Body Keeps the Score: Brain, Mind, and Body in the Healing of Trauma.“ Nur auf Englisch.

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