Die Akte "Domspatzen" |

Nachrichten über systematischen Kindesmissbrauch im berühmtesten Chor der katholischen Kirche erschütterten 2010 die deutsche Öffentlichkeit. Schnell trat das Bistum in Regensburg diesen Anschuldigungen mit einer öffentlichkeitswirksamen Kampagne entgegen. Die Kirche versprach Aufklärung, Transparenz und unbürokratische Hilfe für die Betroffenen. Im November 2014, fünf Jahre nach dem Skandal, legt das Bistum Regensburg einen Tätigkeitsbericht vor: Die Kirche erkannte 30 Betroffene als Missbrauchsopfer an und zahlte ihnen dafür zwischen 1.000 und 15.000 Euro pro Person aus.

Die Dokumentation zeigt auf sehr berührende Weise, was sexueller Missbrauch mit Menschen macht und welche Folgen sie zeitlebens zu erleiden haben.

Allein der Mund des Anwalts der Kirche ist sehenswert. Sein Motto: "Für John Wayne und mich sind stählerne Nerven das oberste Gebot" spricht für sich.

Und irgendwie kam ich nicht umhin zu denken, dass der Rücktritt von Pabst Ratzinger auch etwas mit diesem Thema zu tun haben könnte.

Die Dokumentation "Sünden an den Sängerknaben" ist noch bis 7.1.2016 in der Mediathek der ARD zu sehen.

Das Foto ist dem Film entnommen. Der halbnackte Affe im Priesterfrack ziert den Regensburger Dom. Man kann sich fragen warum.

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